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Wo wart ihr im Sommerurlaub?
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Kraken, Kreuze, Kürzungspläne
Im Sommerloch gehts "tierisch" tief nach unten - Scrab wagt einen Blick in den Abgrund
Täglich
neue Hitzerekorde, Gratis-Sauna in der Bahn, Persönlichkeitsanalysen
anhand der Lieblings-Eis-Sorte und Tipps und Tricks, wie die Figur
den Sommer allen Sünden zum Trotz überleben soll. So belanglos
lesen sich zur Zeit landauf, landab die Titelzeilen. Bei solchen
Themen und einem Thermometer, das Dauerhöchststände zeigt, ist
klar: In Deutschland ist mal wieder Sommerloch angesagt. Da geht es
also runter, tief runter, das Niveau der öffentlichen Debatte. Man
könnte auch sagen: „den Bach runter“. Während dieser Bach
verlässlich wie jedes Jahr durch den deutschen Blätterwald fließt,
wo sonst höchstens die ein oder andere (Zeitungs-)Ente flattert,
schwimmt in seinem Lauf auf einer Welle des Erfolgs: Paul, der
Oktopus.
Der hat, so ist es nun einmal Kraken-Manier, eine Wolke (Drucker-)Tinte ausgestoßen,
Dixiklo und Zwangsdiät
Das Hurricane-Festival lockte am Wochenende 70 000 Besucher nach Scheeßel
Die Festivalsaison hat begonnen. Nach
dem Lunatic-Festival verschlug es die Lüneburger Jugend am
vergangenen Wochenende nach Scheeßel zum Hurricane-Festival. Die
Dixi-Klos stinken, die Schminke ist verwischt, Staub wirbelt in der
Luft. Erfahrene Festivalbesucher fühlen sich auf Anhieb heimisch.
Für sie ist das Hurricane ein fester Bestandteil ihres
Sommerprogramms. Neulinge hingegen haben es nicht leicht, sind mit
der Gesamtsituation überfordert. Dabei bedarf es für den perfekten
Hurricane-Besuch lediglich drei Regeln, an die man sich halten
sollte: Zunächst einmal sollte sich jeder, der
es mit dem Festivalgelände aufnehmen möchte, vorab einen Überblick
verschaffen. Planen ist zwar nicht Rock´n´Roll.
Lunatic Festival 2010
Hunderte von Peace-Zeichen strecken sich dem dämmernden Himmel entgegen. Auf der Bühne schüttelt Rapper Promoe seine Dreadlocks zum Beat. Er gehört zu den Looptroop Rockers, dem Hauptact des diesjährigen Lunatic-Festivals. Über tausend Besucher konnte, das seit 2004 bestehende studentisch organisierte Event verzeichnen. Alle lobten das Line-up, aber ganz besonders das Wetter. Bei über 27 Grad lagen die Festivalbesucher vor der Bühne auf Matratzen und Sofas oder sie gönnten sich Schatten in einem der Strandkörbe im Beachclub. Dort befand sich die zweite Bühne des Festivals, auf der vorwiegend deutsche Kombos spielten, wie zum Beispiel Marbert Rocel , die mit ihrem gefühlvollen Elektrosound, viele Zuschauer begeisterten. Um Punkt 13 Uhr eröffneten die Lokalmatadoren „Die Chucks“ das Festival. Sie hatten sich zuvor gegendrei andere Newcomerbands aus ganz Deutschland durchgesetzt und waren sichtlich stolz. „Das ist bis jetzt die größte Bühne, auf der wir spielen durften“, der Sänger der Band Raphael Kufner lobt außerdem die Organisation, „Alles ist so straff und gut geplant, ohne dass dabei das Familiäre verloren geht, das dieses Festival ausmacht.“ Wohl fühlten sich auch Who knew. Die 6-köpfige Band, die sich dem Indie-Power-Pop verschrieben haben, fanden eher ein gemütliches Publikum vor. Der Großteil der Festivalbesucher war um 15 Uhr noch nicht in Tanzlaune. Das änderte sich schlagartig, als zwei verkaterte Hamburger die Bühne betraten. Bratze heizte der Masse mit treibenden Elektrosounds und prägnanten Texten ordentlich ein. Sie entschuldigten sich mehrfach für ihre gesundheitliche Verfassung und verschwanden kurzen nach ihrem Auftritt in Richtung Heimat.
Die Chrystal Fighters begannen ihren energiegeladenen Auftritt mit dem Ohrwurm „I love London“. Und brachten damit alle zum Schwitzen. Die Chrystal Fighters waren aber nicht die einzigen Vertreter ihrer englischen Heimat. Auch von We have Band, das Elektro-Pop-Trio, das von der britischen Musikpresse bereits als „the next big thing“ betitelt wird, konnten die Lunatic-Besucher nicht genug bekommen. Aber wenns am Schönsten ist sollte man aufhören. Nach dem Auftritt der Looptroop Rckers war das aber noch lange nicht der Fall. Denn dann startete die Aftershowparty, bei der die Festivalbesucher den erlebnisreichen Tag zu den Beats von bassport und Body Movin` ausklingen lassen. Ob das Lunatic-Festival auch im nächsten Jahr stattfinden wird steht leider noch in den Sternen. Denn die Parkplatzfläche vor dem Vamos kann 2011, wegen dem Bau des Audimaxx, nicht mehr genutzt werden. Deshalb hoffen die Lunauten, die Genehmigung für die Nutzung der Mensawiese zu bekommen. Grün würde eh viel besser zu dem nachhaltigen Festival passen, dass CO2-Zertifikate kauft und Biobratwurst anbietet.
Klimasünder sehen rot
Am 29. Mai war es soweit: In Nordrhein Westfalen wurden Klima Knöllchen an Umweltsünder verteilt. Die Kampagne "Heiße Zeiten - Nimm das Klima in die Hand" ging in die zweite Runde. Dieses Mal sogar:
Der
Motor qualmt, Ruß vertei
lt sich auf der Fahrbahn. Vollschaden. Ralf ist auf der
Strecke geblieben. Der erfolgreiche Manager fährt einen BMW 525d Touring, weil
sich der so gut fährt. Fuhr muss man besser sagen, denn allzu weit wird er es
mit seiner Luxuskarosse nicht mehr bringen. Die Technik hat ihn ausgebremst.
Schlecht für seinen vollen Terminplan, gut für die geschundene Natur.
Das Beispiel ist natürlich fiktiv. In Wirklichkeit gibt es keinen Ralf, der mit seinem BMW Touring liegen geblieben ist. So etwas passiert in der Realität eher selten. Zu selten?
Ja! Ralfs BMW 525d Touring gehört laut der"Heiße Zeiten" Kampagne des "Eine Welt Netz NRW e.V." zu den absoluten Klimasündern: "Der Klimawandel trifft vor allem die Menschen in Entwicklungsländern. Eine Reduktion Deiner persönlichen CO2-Emissionen bedeutet einen Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit. Jetzt Gegensteuern!".
Ziel ist es, Kinder und Jugendliche darüber aufzuklären, wie Klimaveränderungen mit Armut zusammenhängen. Im Zentrum dieser Arbeit stehen die Milleniumsentwicklungsziele (MDGs) der UN. Hierbei geht es um acht Ziele für das Jahr 2015, die von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen vereinbart wurden. Dazu gehört neben Primarschulbildung für alle auch die Beseitigung von extremer Armut und Hunger sowie Ökologische Nachhaltigkeit.
Natürlich
geht es nicht nur um Aufklärung. Die Jugendlichen sollen auch die Möglichkeit
bekommen, sich für einen gesunden Planeten mit weniger Armut zu engagieren. Eine
Aktion, die am 29. Mai bereits zum wiederholten Male stattfand, ist die der
Klima Knöllchen. Besonderes Augenmerk liegt auf den SUVs (Sport Utility
Vehicles). Auf der
einen Seite freuen sich Befürworter der SUVs: Das Fahrgefühl einer Limousine mit
der Antriebskraft eines Geländewagens. 
Auf
der anderen Seite bemängeln Umweltschützer den außerordentlichen
Spritverbrauch, mit dem sie in hohem Maße der Umwelt schaden. „ Kinder und Jugendliche sind
die Hauptbetroffenen der zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels. Wir
wollen
mitgestalten und entscheiden, in welche Richtung sich die Erde in
Zukunft
dreht", erklärt Johanna Jurczyk von der Grünen Jugend. Ein klarer Fall
für die roten Klima Knöllchen, die am letzten Samstag in ganz Nordrhein
Westfalen verteilt wurden. In ganz Nordrhein Westfalen und in Hamburg Barmbek. Denn
obwohl die „Heiße Zeiten“ – Kampagne eigentlich nur auf Nordrhein Westfalen
ausgerichtet ist, wurde PlanAction, die Jugendgruppe von Plan Deutschland e.V.
auf die Klima Knöllchen-Kampagne aufmerksam. PlanAction brachte die Aktion
kurzerhand in den hohen Norden. Für alle Klimaschützer gibt es den grünen Klima-Orden. Fahrradfahrer, Fußgänger und Führer umweltfreundlicher Autos gehören zu den Gewinnern.
Auf der Suche nach der politischen Jugend
Endlagerfrage, Klimawandel und Finanzkrise; alles Themen,
die täglich die Medien dominieren und auch die Zukunft der heutigen
Jugendlichen beeinflussen. Die Zeit der 68er, die Zeit der großen sozialen
Bewegungen ist vorbei und ist Jugendlichen bestenfalls aus RAF- oder
Woodstock-Dokumentationen bekannt.
Doch wie sieht es aus mit dem Bewusstsein der Jugend heute
zu Politik? Mit einer Umfrage und einem
Zeitzeugen-Gespräch haben wir versucht,
uns diese Veränderungen und wie es sich momentan mit dem „revolutionären
Bewusstsein der Jugend“ verhält, genauer anzuschauen.
Scrab befragte dazu 250 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren verschiedenster Schulformen in Lüneburg. Dies stellt selbstverständlich keine repräsentative Umfrage dar. Bestimmte Tendenzen ließen sich jedoch ableiten:Fast alle Befragten schätzen sich selbst als politisch interessiert ein. Ebenso informieren sich mehr als zwei-drittel regelmäßig über politische Themen.
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